Hartmut Pönitz anRufen
+49.8663.4190961
 bauchladen |
 
PDF
Bild hinzufügen
../../images/England-Cornwall-Devon-Dorset-Kueste-Urlaub-Wandern-Gaerten-SWCP-Hinweis-Poenitz.jpg
../../images/England-Cornwall-Devon-Dorset-Kueste-Urlaub-Wandern-Gaerten-Start-Point-Poenitz-200.jpg
../../images/England-Cornwall-Devon-Dorset-Kueste-Urlaub-Wandern-Poenitz-95.jpg
../../images/England-Cornwall-Devon-Dorset-Kueste-Urlaub-Wandern-Poenitz-97.jpg
../../images/England-Cornwall-Devon-Dorset-Kueste-Urlaub-Wandern-Poenitz-42.jpg
../../images/England-Cornwall-Devon-Dorset-Kueste-Urlaub-Wandern-Poenitz-23.jpg
../../images/England-Cornwall-Devon-Dorset-Kueste-Urlaub-Wandern-Gaerten-Poenitz-200.jpg
../../images/England-Cornwall-Devon-Dorset-Kueste-Urlaub-Wandern-Gaerten-Kynance-Cove-Poenitz.jpg
../../images/England-Cornwall-Devon-Dorset-Kueste-Urlaub-Wandern-Poenitz-28.jpg
../../images/England-Cornwall-Devon-Dorset-Kueste-Urlaub-Wandern-Poenitz-53.jpg
../../images/England-Cornwall-Devon-Dorset-Kueste-Urlaub-Wandern-SWCP-Hartmut-Poenitz-.jpg

 

SOUTH WEST COAST PATH

WANDERN MIT WEITBLICK

 

Auszeiten auf »Tarka Trail«, »South Downs Way« und »SWCP«.

Südwest-England ist ein Wanderparadies. Mit einer Länge von angeblich exakten 1014 Kilometern ist der »SWCP« zwar definitiv der längste Fernwanderweg in Großbritannien, aber noch lange nicht der einzig Nennenswerte. Der achtförmige »Tarka Trail«in Devon, der schon angesprochene »South Downs Way« in Dorset oder auch die nur 48 Kilometer des »West Mendip Way zwischen Wells und Bristol bieten Alternativen, um nur Einige zu nennen.

Südenglands Königsweg schlechthin ist der SWCP. Nur vier Buchstaben, aber neben den gut 1000 Kilometern Wegstrecke auch 28.000 Höhenmeter (dreimal der Mount Everest) oder umgerechnet in Jahresurlaube: ein ganzer plus Resturlaub bzw. ordentlich Überstunden, also ca. 8 Wochen. Der Stress, hervorgerufen durch die Überarbeitung, lässt sich dann wiederum auf dem Weg von den Old Harry Rocks bei Poole nach Minehead in Nord-Devon abbauen. Auf grünen Pfaden durch die Geschichte Südenglands.

Seine Entstehung hatte der SWCP in einer Zeit da sicherlich niemand über Begriffe wie Auszeit oder Genusswandern nachgedacht hat. Gepilgert wurde zwar auch, sogar auf Zuwegen des Jakobswegs nach Santiago de Compostela in Spanien. Allerdings ging es damals weniger um das Thema  »Loslassen«, dafür mehr um das Thema »Vollbekommen«. Und zwar des eigenen Magens. 

Von daher waren auch die Sardinenschreier die ersten, die mit ihren Trampelfaden die Grundlage für diesen Nutzweg schufen. Menschen, die den Fischern das Startsignal überbrachten, sobald die Schwärme der silbrig glänzenden pilchards im Meer zu sehen waren. shipwrecker leisteten ihren Beitrag. Schiffplünderer, die die Ladung und Teile der gestrandeten Schiffe in ihren eigenen Besitz übergehen ließen, transportierten das Diebesgut über diese Wege ab. Manchmal half man beim Stranden der Schiffe sogar nach, indem falsche Lichtzeichen gegeben wurden.

Die entscheidende Rolle für den Ausbau des Küstenwanderweges spielte der Kampf gegen das free trading. Das Schmuggelgeschäft im Süd-England des 18. Jh. und Anfang des 19.Jh. war big business. Sehr professionell aufgezogen mit Investoren, die auch aus dem Adel kamen und romantisch wurde es erst mit einem gewissen zeitlichen Abstand, ähnlich wie die Geschichten von Lord Nelson. Natürlich war das Ganze hochgradig illegal, aber das hatten die Menschen dieser Tage nicht richtig verinnerlicht. Man bewertete es eher als unsinnige Ideen aus London, wie so vieles Unsinnige aus London kam. Der Weg und auch entsprechende Unterkünfte wurden für Zöllner und Militärtrupps angelegt. Die Männer der Coast Guard mussten in der Lage sein Blicke unten in die Buchten zu werfen, deshalb windet er sich oft so dicht an der Kante vorbei.

Schön aufpassen, die vielen Kreuze entlang der Strecke stehen dort nicht von ungefähr. Geld entwickelte den SWCP früher, Geld verdient er heute- noch eine Parallele zu den Pilgerwegen. Laut Wikipedia haben Untersuchungen des Jahres 2003 ergeben, dass 300 Mio £ pro Jahr über diese Einnahmequelle generiert werden und dies hilft mehr als 7.500 Arbeitsplätze zu sichern. Der Wanderboom entwickelte sich sogar erst nach 2003.

Wo sind denn nun die schönsten Abschnitte des »South West Coast Path«, die Top Five, die in jedem Magazin auftauchen? Schwer zu sagen, das hängt natürlich auch sehr vom persönlichen Geschmack ab. In jedem Fall gehört die Jurassic Coast zwischen den Old Harry Rocks und Lyme Regis mit dazu. Zumal das Gros der Wanderer den Weg am offiziellen Anfang in Minehead, Nord-Devon, beginnt und hier dann seine Endphase erlebt. Bekanntlich kommt das Beste immer zum Schluss.

Sidmouth bis Torquay hat wunderschöne Buchten, Gesteine und bietet Kultur für drei Englandreisen. Torquay bis Torcross führt über Dartmouth- und Dartmouth ist ein Must-have-seen. Ein Top-Five-Punkt zu jeder Jahreszeit. Den Bereich zwischen Looe und Mevagissey sollte man gleich Ende April unter die Füße nehmen. Dann sind Rosamunde Pilcher-Kulissen wie die Küstendörfer Polperro, Fowey und Mevagissey noch nicht ganz so furchtbar überlaufen und in den Gärten von Heligan oder Caerhays blüht schon der Rhododendron. Die Lizard-Halbinsel mit Housel Bay, Mullion Cove ( etwas südlich wurde am 29. Juli 1588 die Armada gesichtet) und Kynance Cove- natürlich spektakulär. Land´s End bis St. Ives sowieso ein Muss. Der komplette Abschnitt bis Padstow beinahe ein einziger Sandstrand.

Besonders erwähnenswert, gerade weil er etwas abgelegen ist, ist der Bereich Hartland Point mit Hartland Quay in Nord-Devon. Eine Filmkulisse für Endzeitstories. Wie Sägezähne ragen hier die senkrecht gestellten Gesteinsschichten aus dem oft wilden Atlantik. Ein Traum für Fotografen, ein Alptraum für Kapitäne und ein Friedhof der Kuschelseefahrt. Alleine der im Augenblick noch vor uns liegende Abschnitt von Swanage  bis Weymouth bietet mit Kimmeridge Bay, Lulworth Cove, dem viel fotografierten Felsbogen Durdle Door und den Details, die sich auch noch dazwischen befinden, wie Mupe Bay oder Tyneham Village viel mehr als nur Stichworte, über die es sich lohnt umfangreich nach zu lesen.

Die Lulworth Cove ist eine fast kreisrunde Bucht, deren Entstehung mittels Video ganz hervorragend im Heritage Centre des Dorfes erklärt wird. Hier erfährt man auch, dass pro Jahr ca. 200 heliumgefüllte Luftballons von Gewinnspielen mit Kindern aus Frankreich über den Kanal geweht werden. Falls Sie einen finden, nehmen Sie ihn mit, z.B. nach Berlin oder München und senden Sie dann die Antwortkarte zurück nach Frankreich. Das Kind wird sich freuen.


Dieser kurze Text fungiert auch als Leseprobe von Zeit für Cornwall. Das Buch zum Vortrag!

 
Vorwärts oder zurück?

  Was wäre England ohne
Humor? Deutschland!


In Zukunft !
Friedrich Engels blieb gleich
für immer hier !


Und Sie ?
Im Land der seefahrenden
Gärtner.


Aktueller Vortrag !